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Besuch der 09:45 Uhr Gottesdienste am Sonntag und der Vorabendmesse am Samstag nur mit telefonischer Voranmeldung möglich. 0201 - 12 52 73 17 (Mo-Fr 10-18 Uhr).

Die Zerstörung

Der 2. Weltkrieg wirbelte wie überall, auch die St. Antonius-Gemeinde durcheinander. 1943 verlor die Kirche alle Fenster und ein Nebenschiff stürzte ein. Männer der Vereine reparierten alles notdürftig. Die Gottesdienste aber mussten im Josefshaus gehalten werden. Im März und April 1944 zerstörten Bomben einen Teil der Kaplanei und noch einmal die Kirche. Das Schwesternhaus, der Kindergarten, Bibliotheksräume und das Josefshaus brannten vollständig aus.

zerstörte St. Antonius - Kirche
aus Blickrichtung
Berliner Str. / Ecke Kölner Str.

In den ersten Wochen nach diesen Zerstörungen war der Gottesdienst zunächst im Pfarrhaus, das natürlich die Zahl der Gläubigen nicht fassen konnte. Dann wurde auf der Kölner Straße, gegenüber der zerstörten Kirche, eine Garage für den Gottesdienst zur Verfügung gestellt. Viele Pfarrangehörige erinnerten sich an den „Notstand“, „wie im armseligen Stall von Bethlehem“. Die Furchtbarkeiten der letzten Kriegszeit brachten auch die Zerstörung vieler Wohnhäuser und eine große Anzahl von Bombenopfern.

Außenansicht der Notkirche in der Kölner Str.

Notkirche in der Autogarage in der Kölner Str.

 

Als immer mehr Menschen aus der Evakuierung zurückkehrten, mussten im Jahre 1945 bereits 7 hl. Messen in der Notkirche, also der umgebauten Garage im Hinterhof, gehalten werden und 3 weitere im Schwesternhaus auf der Aachener Str., einem Prachthaus der Stadt. In diesem Haus waren die Schwestern jetzt notdürftig untergebracht, dazu 15 alte Männer und in 2 Räumen der Kindergarten. Alles nur als Notunterkunft.

Obwohl die St. Antonius-Kirche nach den Bombenangriffen nur noch eine Ruine war, blieb der untere Teil des Turmes recht gut erhalten. Lediglich die Spitze war vollständig zerstört. Nach den Aufräumarbeiten entstand um dem Turm herum eine große Freifläche. Diese versuchte man auch für die Gläubigen zu nutzen. Es entstand an dem Turm ein sogenannter „Schönwetteraltar“. Da in der kleinen Notkirche nicht viel Platz war, nutze man bei gutem Wetter die Ausweichmöglichkeit, die hl. Messe draußen zu feiern und so mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen.

 

"Schönwetteraltar" am alten Turm

hl. Messe am "Schönwetteraltar" 1948

 

Um die Struktur der Pfarrgemeinde nicht vollkommen einzubüßen, wurde sofort in den Jahren nach dem Krieg geplant, einen echten Mittelpunkt für die Gläubigen zu schaffen. Der Gedanke an den Neubau einer ausreichenden Notkirche wuchs bei allen Beteiligten. Der Architekt Franz Schulte wurde vom Kirchenvorstand mit der Planung der künftigen Bebauung auf dem Kirchengrundstück Berliner – Kölner Str. beauftragt. An die Ausführung des Plans konnte man wegen der Vorwährungsverhältnisse nicht denken.

Vor der Währungsreform wurde der Abbruch des Josefshauses und des Schwesternhauses vorgenommen und somit Platz geschaffen für den Neubau der Notkirche. Der 20. Juni 1948 brachte die Währungsreform und damit den Beginn einer stabileren Lage in allen Bereichen des Lebens. Schon Anfang September 1948 konnte der damalige Pfarrer Spielkamp die Grundsteinlegung zur Notkirche vornehmen. Für den Bau der neuen Notkirche gab es tatkräftige Unterstützung der Männer und Frauen aus den verschiedenen Vereinen. Sie putzten die alten Steine der zerstörten St. Antonius-Kirche, damit diese für den Neubau benutzt werden konnten.

Dank des großen Engagements der Gemeinde konnte Ende August 1950 die Notkirche durch Dechant Tombeyl geweiht und somit die erste hl. Messe dort gefeiert werden.

Bis Ende 1951 war die Inneneinrichtung so weit gediehen, dass die Pfarrgemeinde ein neues geistiges Zentrum hatte, wenn auch nur als Notbehelf.

Noch heute existiert diese Notkirche und wird nun als Pfarrsaal benutzt, in dem regelmäßig Veranstaltungen der Gemeinde, der Pfarrei oder auch private Feiern stattfinden.

Notkirche ab 1948

heutiger Pfarrsaal