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Die Gründung

Veranlassung für die Erbauung einer Kirche und Gründung einer selbstständigen Gemeinde in Frohnhausen war die weite Entfernung zu der Mutterkirche St. Johann in Essen (heute Anbetungskirche, bzw. Münsterkirche). Da Frohnhausen um 1860 ca. 2.000 Katholiken, meistens Bergleute, zählte, erschien unter finanziellen Aspekten ein Kirchbau zunächst unmöglich. 1866, zur Zeit der Cholera und 1871, „als die schwarzen Pocken regierten“ (so schreibt es die Pfarr-Chronik), wurde der Wunsch nach einem eigenen Seelsorger für Frohnhausen besonders groß.

1873 gründete man den „Bauverein St. Antonius“, der sich die Aufgabe setzte, zu einem Gotteshaus und damit auch zu einem eigenen Seelsorger zu kommen. Sehr bald wurde geklärt, wo die Kirche stehen sollte: der Ökonom Johann Pollerberg bot unter günstigen Bedingungen ein 1,5 Morgen großes Grundstück mitten in Frohnhausen an. Nun begann man Geld zu sammeln. Die Bevölkerung Frohnhausens, Kötter, Bergleute und Arbeiter, entwickelten einen beispielhaften Opfersinn für „ihre“ Kirche.

Ein Jahr später, somit 1874, hatte der Bauverein genug Geld zusammen und beschloss, mit dem Bau der Kirche zu beginnen. Das wurde jedoch schwerer, als zunächst gedacht. Bismarck, der eiserne Kanzler, versuchte in Preußen den Einfluss der katholischen Kirche zu schwächen. Bismarcks Gesetze gegen die Kirche waren für diese so hart, dass der Erzbischof von Köln, Paulus Melchers, nach Belgien fliehen musste und aus der Verbannung her die Kirche leitete, während sich in Köln die erzbischöfliche Behörde aufgelöst hatte.

Eine Folge davon war, dass in Frohnhausen nicht geklärt werden konnte, wie die kirchlichen Besitzverhältnisse der neuen Kirche zu regeln seien. Die Frohnhauser umgingen geschickt diese staatliche Reglementierung: Der Ökonom Johann Erdelmann, Vorstandsmitglied des Bauvereins, erklärte dem Kirchenvorstand von St. Johann in Essen, dass er auf dem Grundstück eine Privatkirche errichten wollte.

 Da die Preußen gegen eine Privatkirche nichts einwenden konnten, wurde 1878 von der Königlichen Regierung die Bauerlaubnis erteilt. Im Winter 1878/1879 wurden von der Firma Krupp die ersten Ziegelsteine angeliefert. Die Bauleitung hatte Kommunalbaumeister Rings.

Die Grundsteinlegung der ersten St. Antonius-Kirche wurde am
31. August 1879 festlich begangen. Bei der Grundsteinlegung war die Kirche bis zur Fensterbankhöhe fertiggestellt. Im Jahr 1880 gelang es, die Kirche bis auf die Glockenetage des Turmes und die Helmspitze baulich fertigzustellen.

Zwar war Mitte 1881 der Bau der Kirche vollendet, aber die staatlichen Kirchengesetze gestatteten in der Privatkirche keinen öffentlichen Gottesdienst. Das heißt, die Frohnhauser hatten eine Kirche gebaut, in der keine Gottesdienste gehalten werden durften. In Privatinitiative schrieb der königliche Steuerinspektor Wormstall, Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Johann an den „königlichen Landrat Herrn Freiherr von Hövel“ und legte ihm u.a. dar, dass die Münsterkirche wegen der Renovierung vorübergehend nicht zu benutzen sei und somit ohne die St. Antonius-Kirche nicht auskommen könnte.

Am 14. Juni 1882 traf bei Herrn Wormstall die Nachricht ein, dass gegen die gottesdienstliche Benutzung der Kirche keine Bedenken der Regierung bestünden, wenn die notwendigen Verhandlungen bald abgewickelt würden. Am 2. Juli 1882 wurde die Kirche eingesegnet und die erste Messe konnte darin gehalten werden. Als im September 1882 die Firma Krupp weitere 50.000 Ziegelsteine schenkte, wurde sofort die Fertigstellung des Turmes in Angriff genommen.

Außenansichten der alten St. Antonius - Kirche

 

Endlich, am 12. Juni 1883 erteilte Kaiser Wilhelm I. der Kirchengemeinde St. Johann in Essen die landesherrliche Genehmigung, die geschenkte Kirche anzunehmen.

Im Jahr 1883 wurden die Kulturgesetze gelockert, sodass der Erzbischof von Köln den Rektor Josef Braun als ersten Seelsorger der Gemeinde ernennen konnte.

Bei den Frohnhausern wuchs der Wunsch von der Mutterpfarre abgetrennt und selbstständig zu werden, jedoch sträubte sich die Pfarre St. Johann zunächst. Für sie kam nur eine Kapellengemeinde infrage. Es folgte ein Gerangel zwischen den Gemeinden, das sich über fast zehn Jahre erstreckte.

Am 11. Mai 1888 wurde dann doch endlich vom Kirchenvorstand St. Johann beschlossen, Frohnhausen solle eine selbstständige Pfarrgemeinde werden. Mit dem Beschluss begann eine neue Sorge: wenn damals eine Pfarre errichtet wurde, musste ein Pfarrfond (Kapitalanlage) von der Höhe existieren, die das Pfarrergehalt von damals 1.500 Mark im Jahr von den Zinsen sicherte. Die Frohnhauser hatten aber alles Geld für die Kirche benötigt. Und wieder gab es eine beispiellose Spendenaktion: 30 Frohnhauser nahmen auf ihren Namen Darlehen auf und weitere 60 übernahmen Bürgschaften, sodass ein Pfarrfond von 43.000 Mark schon nach einem Jahr nachgewiesen werden konnte.

Nun konnte der Kardinal in Köln am 30. Oktober 1891 die Erhebung zur Pfarre verkünden. Aus der Gemeinde St. Antonius wurde die Pfarrei St. Antonius in Essen Frohnhausen. Am 28. August 1892 konnte Rektor Engelbert Schäfer als erster Pfarrer eingeführt werden.

Errichtungsurkunde für die kath. Pfarre Frohnhausen in latein und deutsch

 


 

Beschreibung der alten St. Antonius-Kirche

 

Die alte St. Antonius-Kirche wurde als Backsteinbau in neugotischen Formen errichtet. Leider gibt es nur sehr wenige Foto-Aufnahmen, welche die Kirche von innen und außen zeigen. Jedoch ist eine Beschreibung vorhanden, wie die alte Kirche ausgestattet war.

sehr frühe Innenansicht der
alten St. Antonius - Kirche

Erstkommunionfeier 1935 in
der alten St. Antonius - Kirche

Innenansicht der
alten St. Antonius - Kirche

Hier einige Auszüge daraus:

Der Hochaltar

Unser Hochaltar ist aus Steinen aufgemauert. Auf dem Altar liegt eine rechteckige Platte, auf der der Kelch steht.

Der Hochaltar trägt die Figuren der hl. Barbara (links) und der hl. Anna (rechts). Zwischen den beiden Figuren ist das Tabernakel. Die Tür ist aus Kupfer und zeigt das Bild „Mariä Verkündigung“. Über dem Tabernakel ist eine Kreuzigungs-gruppe dargestellt.

 

Der Antonius-Altar

Der Aufbau des Antonius-Altars zeigt die Statue des hl. Antonius, der das Jesuskind trägt. Seitlich der Statue ist rechts und links je ein Relief mit Begebenheiten aus dem Leben des Heiligen.

Das Relief zur Linken zeigt den Heiligen auf der Straße, das Allerheiligste tragend.

Das Relief zur Rechten trägt die Unterschrift „Du besonderer Patron verlorener Dinge“. Das Tabernakel des St. Antonius-Altars enthält ein goldenes Reliquiar, sehr kostbar: Auf vier Füßen ein Schrein, dessen Oberteil ein Gebein St. Antonii birgt.

Antonius - Altar in der alten
St. Antonius - Kirche

Rekonstruktion des Antonius - Schreins
aus dem alten Antonius - Altar

 

Der Marien-Altar

Der Marienaltar hat den gleichen Aufbau wie der Antonius-Altar. Die Statue in der Mitte stellt die Gottesmutter mit Krone und Jesuskind dar.

Das Relief zur Linken zeigt, wie der Erzengel Gabriel Jesu Geburt verkündet.

Das Relief zur Rechten stellt Jesu Geburt dar. Maria und Josef verehren das göttliche Kind.

 

Die Chorfenster

Die St. Antonius-Pfarrkirche hat drei buntfarbige Chorfenster. Das mittlere dient der Verehrung des Pfarrpatrons, des
hl. Antonius von Padua (1195 bis 1231), das nördliche der Verehrung des Erzbischofs von Köln, des hl. Engelbert (1185 bis 1225) und das südliche der Verehrung der hl. Jungfrau und Märtyrin Cäcilia (+ 230).

 

Die Kirchenfenster im Querschiff

Das Kirchenfenster im südl. Querschiff, das Immaculata-Fenster, ist nach der Idee des ersten Seelsorgers der Kirche, Rektor Braun, gefertigt worden. Das Kirchenfenster im nördlichen Querschiff ist das „Herz-Jesu-Fenster“.

 

Die Kanzel

Die Kanzel der Pfarrkirche hat 2 Teile: 1. die „Brüstung“ mit den Gestalten der 4 Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Der zweite Teil der Kanzel ist der der Tonverstärkung dienende Schalldeckel. Unter der Schalldecke unserer Kanzel ist der
hl. Geist dargestellt.

Am Pfeiler ist ein Kruzifix. Warum? Der hl Paulus sagte: „Wenn ich predige, so predige ich nichts anderes als Christum, den Gekreuzigten“.